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Donnerstag, 15. April 2010

Rezension: Der Schwarm


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Amazon-Link: Der Schwarm
Medium: Taschenbuch
Sprache: Deutsch
Seitenzahl: 1000
Genre: Wissenschafts-/Öko-Thriller

Inhalt: Vor Peru verschwindet ein Fischer. Spurlos. Norwegische Ölbohrexperten stoßen auf merkwürdige Organismen, die Hunderte Quadratkilometer Meeresboden in Besitz genommen haben. Währenddessen geht mit den Walen entlang der Küste British Columbias eine unheimliche Veränderung vor. Nichts von alledem scheint miteinander in Zusammenhang zu stehen. Doch Sigur Johanson, Biologe und Schöngeist, glaubt nicht an Zufälle. Auch der indianische Walforscher Leon Anawak gelangt zu beunruhigenden Schlüssen: eine Katastrophe kündigt sich an. Die Suche nach dem Urheber konfrontiert die Forscher mit ihren schlimmsten Albträumen. Frank Schätzing inszeniert den Feldzug der Natur gegen den Menschen als atemberaubendes Schreckensszenario mit Tempo und Tiefgang.

Meine Meinung: Enttäuschung auf 1000 Seiten. Der Klapptext verspricht einen spannenden Thriller und was am Ende bleibt, ist heiße Luft.
Erstens: das Buch ist viel zu lang. Zu viele Handlungsstränge, zu viele Namen. Das ständige Wechsel der Anreden an die Personen ist einfach verwirrend. Einmal mit Vornamen, einmal mit Nachnamen und dann gleich zwei Jack's. Als gäbe es keine anderen Namen, die man hätte wählen können.
Zweitens: der dauernde Szenen- und Ortswechsel war ebenfalls verwirrend. Natürlich konnte man der Handlung folgen, aber immer, wenn man am Ende einer Sequenz, z.B. in Kanada, meinte, jetzt käme was Spannendes, wurde diese Spannung komplett zerstört, indem einfach nach Norwegen gewechselt wurde und wenn Kanada dann wieder dran war, war jede Spannung verloren.
Drittens: von einem guten Thriller erwarte ich, dass er spannend ist, dass er mich den Atem anhalten lässt, dass er mich zum Weiterlesen regelrecht animiert. Und hier? Nichts von alldem. Ich habe gewartet, weitergelesen, gehofft, weitergelesen, doch nachdem selbst ab Seite 800 nichts wirklich passierte, war klar, dass die Walattacken, Krebsinvasionen und der platzende Hummer, sowie übermäßig Tote die einzige Action war, die das Buch zu bieten hat.
Viertens: Zu viele verschiedene Charaktere. Wirklich zu viele. Man konnte bei einigen sehen, dass sie eine Entwicklung gemacht haben, z.B. Anawak, der mit seiner Vergangenheit konfrontiert wurde oder Karen, deren Vergangenheit erzählt wurde, wie auch bei Johansson. Aber: da es zu viele Charaktere waren, konnte der Autor scheinbar keinem der Charaktere gerecht werden. Die Ausflüge in die Vergangenheit oder Lebensgeschichten des ein oder anderen Charakter waren notwendig, damit der Leser den Charakter besser kennen lernen und verstehen konnte, aber diese Ausflüge haben schlichtweg die Handlung nur noch mehr eingedämpft.
Fünftens: Das böse, böse Amerika. Hier hat sich der Autor einem netten, normalerweise amerikanischen Klischee angeschlossen. In amerikanischen Thrillern ist Deutschland in 90% der Fälle die böse Supermacht mit Nazi-Vergangenheit und Amerika die supergute, supernette Überweltmacht, die das Sagen über alle anderen hat. Herr Schätzing hat den Spieß nun einmal umgedreht: er hat Amerika Macht verliehen, um es am Ende durch General Li als wahnsinnige, fanatische Macht zu entlarven, die die komplette Weltmacht an sich reißen möchte und über alle anderen bestimmen will. Mein Gott...mich kotzen diese Klischees sowas von an. Natürlich gibt es Gut und Böse in jedem Roman, aber warum auf einem solchen Klischee rumtrampeln??
Sechstens: Die eigentliche Story um den zweiten Organismus, der neben dem Menschen auf der Erde bzw. im Meer lebt, ging irgendwie unter und verblasste neben dem Ganzen, was drumherum passierte. Ehrlich gesagt hat es mich am Ende gar nicht mehr interessiert, was da unten auf dem Meeresgrund lauert. Und die Sache mit dem Schwarm....ging auch irgendwie unter.
Fazit: Wäre dieser Roman nur halb so dick und mit weniger wissenschaftlichen Fakten, sowie weniger Charakteren bestückt gewesen, dafür mit etwas mehr Spannung, dann wäre es sicher ein gutes und interessantes Buch gewesen. So waren es 1000 Seiten, auf denen ich mir immer wieder die Frage gestellt habe, wann denn endlich etwas Spannendes passiert. Schade. Ich hatte mich echt auf dieses Buch gefreut und wurde am Ende nur enttäuscht.
Photobucket 2 Sterne, da ich das Potential in dem Buch sehe und auch einige Charaktere mochte, aber die Umsetzung mich absolut nicht überzeugen konnte.

3 Kommentare:

  1. ich sag mal so: meh.
    ich hab genau die gleichen dinge an dem buch auszusetzen gehabt, aber nicht die fähigkeit das so auszudrücken xD
    ich hab es so lange vor mir hergeschoben, das buch zu lesen und wegen dir mich doch endlich dazu aufgerafft und nun? wie schon gesagt: meh.

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  2. Ja, es ist wirklich leider: meh.
    Es ist immer schade, wenn man mit einer gewissen Erwartung an ein Buch geht und im Endeffekt nur enttäuscht wird. Schade, wirklich.

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  3. Schade das es dir nicht gefallen hat. Ich fand es grandios und es wird wohl für immer zu meinen Lieblingsbüchern gehören!! :)
    LG Jan

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